Montag, 7. November 2005

Wie sieht das Internet und seine Nutzung im Jahr 2020 aus?

Ich denke, dass das Internet unser Leben noch sehr viel stärker durchdringen wird als bisher schon. Zum einen werden wir wahrscheinlich irgendwelche mobilen Zugänge mit Flatrates haben, die uns ermöglichen, jederzeit online zu gehen. Von daher werden wir wohl auch keine SMS oder MMS mehr schreiben, weil Emails für lau sind und genauso überall empfangen werden können. Außerdem werden die Bandbreiten dermaßen zunehmen, dass sich neue Bezugssysteme für Filme und Musik endlich lohnen. Wir werden uns also noch stärker als bisher unser eigenes Programm machen können, indem wir jederzeit auf ein riesiges Archiv an Filmen zurückgreifen können. Wahrscheinlich werden wir sogar unseren Kühlschrank so programmieren können, dass er automatisch eine Bestellung an den nächsten Aldi schickt, wenn wir keine Milch mehr haben. Nichtsdestotrotz werden wir nicht weniger ins Kino gehen, und wir werden wie bisher hin und wieder durch irgendwelche Läden schlendern und uns Sachen anschauen. Das liegt daran, dass das virtuelle Dasein viele Aspekte des realen Lebens nicht ersetzen kann. Wir werden uns also je nach Lust und Laune für das eine oder das andere entscheiden und unsere Netzbekanntschaften im realen Leben treffen bzw. umgekehrt. Von der Befürchtung einer Vereinsamung des Menschen halte ich wenig, denn wir sind soziale Wesen und werden es auch bleiben, wenn wir noch mehr virtuelle Angebote bekommen.

Worin zeigt sich meiner persönlichen Erfahrung nach der besondere Netzwerkcharakter des Mediums Internet?

In Bezug auf irgendwelche Homepages ist der Vernetzungscharakter so banal ersichtlich, dass ich nicht weiter darüber schreiben möchte. Jeder ist schon einmal durch einen Verweis auf einer Seite auf einer anderen gelandet. Ich kenne viele Seiten, die ich vor allem deshalb oft aufsuche, weil sie das Angebot zu einem bestimmten Gebiet anschaulich präsentieren. Die Bewertungen dieser Seiten schätze ich sehr, obwohl die Seiten selbst selten mehr als Linksammlungen sind.
Interessanter finde ich dann schon den „menschlichen“ Aspekt der Vernetzung. Prinzipiell kann ich hier keinen Unterschied zu realen sozialen Netzen ausmachen. Meist kommuniziert man über ICQ ja auch mit Menschen, mit denen man auch in der Wirklichkeit mehr oder weniger oft ein Bier trinken geht. Insofern verschmilzt natürlich Netzkommunikation mit realer Kommunikation, obwohl ich diese Erkenntnis relativ banal finde.
Richtig offensichtlich wird mir der Netzwerkcharakter des Internets, wenn es um spezielle Interessen geht. Das geschieht oft in Foren oder speziellen Chatrooms. Zumeist findet man hier recht schnellen Zugang (sofern man sich nicht total blöd anstellt und Sachen fragt, die schon tausend andere Leute vorher gefragt haben). Neben meist recht schnellen Antworten bilden sich schnell Netzwerke zwischen Menschen mit ähnlichen Interessen, die sich noch nie gesehen haben. In eine ähnliche Richtung gehen natürlich Projekte wie Wikipedia oder Open Source-Software.

Welche Rolle spielt für mich persönlich das Internet?

Das Internet ist mein Hauptmedium. Mein Zuhause ist in vielerlei Hinsicht nicht wirklich repräsentativ für den Durchschnittsbürger; ein Umstand, der mir schon des öfteren den Vorwurf eingebracht hat, ein ziemlich unmedienwissenschaftlicher Medienwissenschaftler zu sein:
1. kein Fernsehen
Nee, wirklich nicht. Ich mache mir lieber mein eigenes Programm. Neulich hat mir mal eine Komillitonin in der Mensa erzählt, warum sie nicht aufs Fernsehen verzichten könnte. Für jeden Tag hatte sie eine andere Serie am Start. Dennoch fand sie nicht, dass Fernsehen etwas zu sehr über ihr Leben bestimme... schließlich habe sie ja einen Videorekorder. Ohne Worte... Ich brauch keine Glotze.
2. kein Radio
Ich hab nichts gegen Radio. Eigentlich mag ich Radio sogar sehr, prinzipiell. Aber mir ist das alles zu glattgebügelt geworden. Es gibt keinen John Peel mehr (möge er in Frieden ruhen!), der in seiner eigenen Show die Musik spielt, die er gut findet. Und ich höre keinen Unterschied mehr, egal welchen Sender ich einschalte. Es gibt auf dasding ein paar gute Ansätze (nomen est omen: z. B. die Netzparade), aber das war es auch schon. Nun, wenn ihr meine Zeit und/oder meine Rundfunkgebühren wollt, ist mir das einfach zu wenig.
3. keine Zeitung
Ich habe noch zu wenig Zeit, um die drei Bücher zu lesen, die ich im Allgemeinen gleichzeitig lesen will. Und da ist noch nichts für die Uni eingerechnet. Da passt einfach keine Zeitung mehr. Zudem finde ich im Internet alle aktuellen Informationen, die ich will.

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