Mittwoch, 21. Dezember 2005

Wunschzettelübergabe an die Bundeskanzlerin

Heute um 17 Uhr übergibt Christian Hochhuth einige Wunschzettel für 2006 an die Bundeskanzlerin. Vorangegangen war sein Projekt Flashmob, mit dem er sich für politische Partizipation stark machen und Besucher zur Abgabe eigener Wunschzettel motivieren wollte. Ich bin sehr gespannt, was es heute noch so geben wird...

Dienstag, 13. Dezember 2005

Vorstellung vom Werbeblogger

Als alter Werbeagentur-Mitstreiter musste ich mir natürlich diesen Blog vornehmen, als die neuen Aufgaben online gingen. Hört sich nach nostalgischen Gefühlen an... *schmacht*
Bei der ersten Durchsicht konnte ich mir mehrere Schmunzel-Anfälle nicht verkneifen. Besonders angetan hat es mir der politisch unkorrekte Sport von Carlsberg, der eine nicht ganz ausgewogene WM-Gruppen-Auslosung thematisiert und dabei auf den alten Konflikt England-Deutschland zurückgreift... Ach ja, zu sehen gibt es ihn hier.
Damit wären wir auch schon beim Hauptzweck des Blogs: hier geht es nicht um die besonderen Kniffe der Werbetechnik, das wie was warum womit in wie vielen Stunden... sondern einfach um den Spaß. Natürlich könnte man jetzt vermuten, dass ganz andere Interessen dahinter stehen, besonders finanzieller Art. Ich kann mir das aber kaum vorstellen, weil die Auswahl keine Rücksicht auf irgendwelche Zwischen-Biersorten-Streitereien zu nehmen scheint (um mal ein Beispiel zu nennen). Das einzige Kriterium scheint wirklich der Spaßfaktor der Kampagne zu sein.
Dementsprechend ist dann auch der Blog-Stil. Flapsig geschrieben, kurz, durchaus ironisch. Betrieben wird das Teil von einer Schar Bloggern, die aus dem Werbe- und PR-Umfeld kommen. Alle werden vorbildlich persönlich vorgestellt, und zwar hier.

Nihil est sine causa, hat mir mal einer erzählt. Nun denn, was ist nun also der Grund für diesen Blog? Spaß. Was bringt er? Spaß. Nicht mehr und nicht weniger. Kein Blog, den ich persönlich täglich besuchen würde. Nur, wenn ich Lust auf einen Witz hab. Was so ziemlich immer so ist. Also doch täglich besuchen...? Wir werden sehen...

Donnerstag, 1. Dezember 2005

Barry Wellman über soziale Beziehungsmuster im Netz

Meine Komillitonin Cathrin Müller hat in ihrem Beitrag Soziale Beziehungsmuster im Netz stellvertretend für unsere Gruppe eine gute Zusammenfassung der Ideen verfasst, die Barry Wellman in seinem Beitrag An Electronic Group is Virtually a Social Network vorstellt. Lesen lesen lesen.

Mittwoch, 23. November 2005

Web 2.0

Tim O'Reillys Vision des Web 2.0 wirft die Frage auf, wie weit sich die schönen neuen Onlinewelten mit dem Rückgriff auf etablierte Standards vereinen lassen, die häufig als "Semantic Web" bezeichnet werden. Dan Zambonini stellt somit auch die berechtigte Frage: Is Web 2.0 killing the Semantic Web? Auf den ersten Blick scheint diese Vermutung etwas paradox. Natürlich stimmt es, dass Web 2.0 die Aufmerksamkeit auf die Nutzer legt, semantisches Web jedoch auf die technische Seite. Nun, wo ist da der Gegensatz? Ich sehe die beiden Formen eher als Ergänzungen, die nicht ohne die Gegenseite auskommen: Was nutzen Techniken ohne Nutzer, was machen Nutzer ohne Techniken? Zumal sich ja viele der Eigenschaften des Web 2.0 auf technische Aspekte beziehen und umgekehrt semantisches Web viele Vorteile für reale Nutzer birgt. Dass die Praxis leider etwas anders aussieht, zeigt Sven Lennartz' wenig ausgearbeitete, aber recht alarmierende Untersuchung der Validität einiger Web 2.0 Angebote. Wenn wir uns jetzt aber Gedanken darüber machen, durch geeignete Oberflächen normalen Nutzern umfassende Partizipationsmöglichkeiten zu bieten (was ich befürworte), ohne im Gegenzug Hintergrundwissen über entsprechende Standards zu verlangen (was ich recht skeptisch beäuge)... Sollten wir dann nicht verschärft darauf achten, dass unsere Oberflächen "von alleine" derartige Standards einhalten? Wäre es nicht wesentlich besser, Verknüpfungen zwischen unseren verschiedenen Erkenntnissen herzustellen, anstatt uns gegenseitig zu bekriegen...?

Montag, 14. November 2005

Das Netz als Gehirn der Menschheit?

Kevin Kelly hat in seinem Artikel We Are The Web eine interessante Vision des Internets im Jahre 2015 skizziert: das Internet als globaler Computer, als unser Gedächtnis, unser Gehirn. Dabei musste ich etwas schmunzeln, denn mein erster Computer war ein C128. Tatsächlich habe ich das Teil wirklich noch auf dem Speicher rumstehen. Der Grund dafür ist, dass ich als Kind so einiges an kreativen Ergüssen auf nostalgischen Disketten gespeichert habe, die ich nicht verlieren möchte. Vor kurzem habe ich einmal überlegt, wie ich darauf zugreifen könnte... und siehe da: Selbst wenn ich jetzt den Computer wieder aufbauen würde, wüsste ich nicht einmal mehr, wie man ein Programm lädt (irgendwas mit ",8,1", so viel weiß ich noch...). Ich fürchte daher, dass meine kindlichen Ergebnisse verloren sind. Die Vorstellung von einem funktionierenden Datenarchiv, dass quasi unsere gesamte Kultur umfasst, mag zwar interessant sein, aber wie soll sie funktionieren, wenn wir unsere Technologien auf dem "Immer besser"-Prinzip aufbauen, das keine Abwärtskompatibilität mehr gewährleistet? Ich kann problemlos ein altes Buch lesen, aber es bereitet schon Probleme, eine alte Diskette zu öffnen oder ein Programm zu installieren, das mehr als 5 Jahre auf dem Buckel hat. Im Web sieht die Sache nicht viel anders aus... Obwohl das World Wide Web Consortium große Anstrengungen unternimmt, einheitliche Standards zu schaffen, halten sich erstaunlich wenige Leute daran. Browser interpretieren Code so, wie sie wollen oder lassen bestimmte Spezifikationen völlig außer Acht, Hersteller entwickeln eigene Formate, die schön viel Geld einbringen sollen und daher möglichst unkompatibel mit dem Bestehenden sein sollen, HTML-Kurse an der Uni erzählen einem, man solle font-Tags verwenden (ungeachtet dessen, dass sie als "unerwünscht" spezifiziert sind), Nutzer klicken sich ihre Homepage im WYSIWYG-Editor zurecht und haben keinen Peil, was ein HTML-Doctype ist... Natürlich bietet das Internet uns große Chancen. Wenn wir aber wirklich ein funktionierendes Archiv aufbauen wollen, müssen wir uns auch auf funktionierende Standards einigen. Wenn ich mir so die Wogen anschaue, die Usability und Accessibility so schlagen, und die Unterstützung, die etwa der Firefox-Browser bekommt, habe ich einige Hoffnung, dass uns das wirklich gelingen könnte. Ich bin gespannt.

Sonntag, 13. November 2005

Apocalypse Now?

Har, endlich darf ich also meine Meinung mit der Meinung der Experten vom Pew Internet & American Life Project vergleichen (mehr Infos gibt es in der PDF-Zusammenfassung der Studie). In vielen Punkten finde ich meine eigene Meinung hierin wieder. Ich habe allerdings gar nicht an die möglichen Gefahren gedacht: Die meisten Experten waren der Meinung, dass es einen großen Angriff auf das Internet geben würde. Obwohl ich diese Meinung teilen kann, würde ich sie nicht nur in Zusammenhang mit Viren und dergleichen sehen. Vielmehr kann ein Angriff auch anders aussehen: bewusste Fehlinformationen, unbrauchbar gemachte MP3-Dateien, die bewusste Anlehnung an eine andere Seite (im besten Fall einfach aus Designgründen, in vielen Fällen aber auch, um den Besucher hinters Licht zu führen) etc. pp. Alle diese Formen können wir schon jetzt beobachten, und sie werden in Zukunft wohl kaum abnehmen.

Freitag, 11. November 2005

Der Jorni und sein Buch

Ja ja, man findet schon komische Sachen im Netz... Ich tipp also meinen Namen ein und stelle fest, dass ich bereits ein Buch veröffentlicht habe. Ist kein Witz... War mal auf einer Tagung zum Thema "barrierefreies Internet" (das Thema verfolgt mich irgendwie) für ein Seminar von Peter Schumacher. Teil des Deals war, dass ich eine Zusammenfassung schreibe und dafür für lau reinkomme. Da ich erwartungsgemäß wenig Lust hatte, 200 Tacken zu blechen, fand ich den Deal auch ganz okay. Nun hat also irgendeiner meine qualitativ hochwertige Zusammenfassung in ein Buch gepackt und auf den Markt geschwemmt. Nun bin ich also als Autor bei Amazon gelistet, hurra. Da geht mir doch die zentrale Frage durch den Kopf: Wieso habe ich mein eigenes Buch nicht?

Antworten bitte in den Blog Ihres Vertrauens... Also hierhin *g*

Montag, 7. November 2005

Wie sieht das Internet und seine Nutzung im Jahr 2020 aus?

Ich denke, dass das Internet unser Leben noch sehr viel stärker durchdringen wird als bisher schon. Zum einen werden wir wahrscheinlich irgendwelche mobilen Zugänge mit Flatrates haben, die uns ermöglichen, jederzeit online zu gehen. Von daher werden wir wohl auch keine SMS oder MMS mehr schreiben, weil Emails für lau sind und genauso überall empfangen werden können. Außerdem werden die Bandbreiten dermaßen zunehmen, dass sich neue Bezugssysteme für Filme und Musik endlich lohnen. Wir werden uns also noch stärker als bisher unser eigenes Programm machen können, indem wir jederzeit auf ein riesiges Archiv an Filmen zurückgreifen können. Wahrscheinlich werden wir sogar unseren Kühlschrank so programmieren können, dass er automatisch eine Bestellung an den nächsten Aldi schickt, wenn wir keine Milch mehr haben. Nichtsdestotrotz werden wir nicht weniger ins Kino gehen, und wir werden wie bisher hin und wieder durch irgendwelche Läden schlendern und uns Sachen anschauen. Das liegt daran, dass das virtuelle Dasein viele Aspekte des realen Lebens nicht ersetzen kann. Wir werden uns also je nach Lust und Laune für das eine oder das andere entscheiden und unsere Netzbekanntschaften im realen Leben treffen bzw. umgekehrt. Von der Befürchtung einer Vereinsamung des Menschen halte ich wenig, denn wir sind soziale Wesen und werden es auch bleiben, wenn wir noch mehr virtuelle Angebote bekommen.

Worin zeigt sich meiner persönlichen Erfahrung nach der besondere Netzwerkcharakter des Mediums Internet?

In Bezug auf irgendwelche Homepages ist der Vernetzungscharakter so banal ersichtlich, dass ich nicht weiter darüber schreiben möchte. Jeder ist schon einmal durch einen Verweis auf einer Seite auf einer anderen gelandet. Ich kenne viele Seiten, die ich vor allem deshalb oft aufsuche, weil sie das Angebot zu einem bestimmten Gebiet anschaulich präsentieren. Die Bewertungen dieser Seiten schätze ich sehr, obwohl die Seiten selbst selten mehr als Linksammlungen sind.
Interessanter finde ich dann schon den „menschlichen“ Aspekt der Vernetzung. Prinzipiell kann ich hier keinen Unterschied zu realen sozialen Netzen ausmachen. Meist kommuniziert man über ICQ ja auch mit Menschen, mit denen man auch in der Wirklichkeit mehr oder weniger oft ein Bier trinken geht. Insofern verschmilzt natürlich Netzkommunikation mit realer Kommunikation, obwohl ich diese Erkenntnis relativ banal finde.
Richtig offensichtlich wird mir der Netzwerkcharakter des Internets, wenn es um spezielle Interessen geht. Das geschieht oft in Foren oder speziellen Chatrooms. Zumeist findet man hier recht schnellen Zugang (sofern man sich nicht total blöd anstellt und Sachen fragt, die schon tausend andere Leute vorher gefragt haben). Neben meist recht schnellen Antworten bilden sich schnell Netzwerke zwischen Menschen mit ähnlichen Interessen, die sich noch nie gesehen haben. In eine ähnliche Richtung gehen natürlich Projekte wie Wikipedia oder Open Source-Software.

Welche Rolle spielt für mich persönlich das Internet?

Das Internet ist mein Hauptmedium. Mein Zuhause ist in vielerlei Hinsicht nicht wirklich repräsentativ für den Durchschnittsbürger; ein Umstand, der mir schon des öfteren den Vorwurf eingebracht hat, ein ziemlich unmedienwissenschaftlicher Medienwissenschaftler zu sein:
1. kein Fernsehen
Nee, wirklich nicht. Ich mache mir lieber mein eigenes Programm. Neulich hat mir mal eine Komillitonin in der Mensa erzählt, warum sie nicht aufs Fernsehen verzichten könnte. Für jeden Tag hatte sie eine andere Serie am Start. Dennoch fand sie nicht, dass Fernsehen etwas zu sehr über ihr Leben bestimme... schließlich habe sie ja einen Videorekorder. Ohne Worte... Ich brauch keine Glotze.
2. kein Radio
Ich hab nichts gegen Radio. Eigentlich mag ich Radio sogar sehr, prinzipiell. Aber mir ist das alles zu glattgebügelt geworden. Es gibt keinen John Peel mehr (möge er in Frieden ruhen!), der in seiner eigenen Show die Musik spielt, die er gut findet. Und ich höre keinen Unterschied mehr, egal welchen Sender ich einschalte. Es gibt auf dasding ein paar gute Ansätze (nomen est omen: z. B. die Netzparade), aber das war es auch schon. Nun, wenn ihr meine Zeit und/oder meine Rundfunkgebühren wollt, ist mir das einfach zu wenig.
3. keine Zeitung
Ich habe noch zu wenig Zeit, um die drei Bücher zu lesen, die ich im Allgemeinen gleichzeitig lesen will. Und da ist noch nichts für die Uni eingerechnet. Da passt einfach keine Zeitung mehr. Zudem finde ich im Internet alle aktuellen Informationen, die ich will.

Neue Heimat von Jorni

Dieser Blog ist inaktiv. Weiter geht es bei meinem aktuellen Blog unter jorni.de.

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